Der Pilgerkarton

Schnell wachsende Aufgaben auf dem Klostergut Klausen

Kloster Klausen sw
Liebe Freunde und Förderer des Klostergutes Klausen,

derzeit wachsen die Aufgaben des Klostergutes schnell an. Es gibt mehr Arbeit zu stemmen, als in der kurzen Zeit möglich ist. Gerne geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die anstehenden Investitionen im Klostergut Klausen:

Die Brauabteilung
Bislang konnte unser Bier, der Klausener Klosterbruder, mit den Anlagen des Weingutes gebraut werden. Es war zunächst auch nur für den privaten Kreis der Klausener Klosterbrüder gedacht. Die Nachfrage ist aber in letzter Zeit – und das spricht für den guten Geschmack unseres Bieres – so stark gestiegen, dass mit einer größeren Brauanlage der hohen Nachfrage nun begegnet werden soll. Unser Ziel ist es allen Kunden ein köstliches Bier ausschenken zu können und nicht nur den Mitgliedern der Klausener Klosterbrüder.

Pilgerherberge und Scriptorium
Es kommen immer wieder Pilger und Besucher, die im Kloster übernachten möchten und die ursprüngliche Atmosphäre des Gebäudes erleben möchten. Sie suchen das Einfache, die dicken Klostermauern durch die kein Handysignal dringt und die Atmosphäre unseres altehrwürdigen Klostergebäudes. Aber renoviert müssen die insgesamt 69 Zimmer dennoch werden. Neben den einfachen Zimmern wird auch ein zusätzliches Angebot nachgefragt, wie zum Beispiel geistliche Begleitung, Meditation, Exerzitien, kreatives Schreiben oder das Erlernen der kalligraphischen Kunst, wie die Mönche in früheren Zeiten sie anwendeten. Um Ihnen all dies bald zu ermöglichen soll die Renovierung des Klosterguts Klausen noch schneller vorangetrieben werden.

Wirtschaftsräume
Die vielen Besucher brauchen einen größeren Sanitärbereich und ein Refektorium. Dazu müssen die dort aktuell zwischengelagerten Weinflaschen weichen, um dann weiter zu renovieren und unseren Pilgern und Besuchern neue Räumlichkeiten zugänglich zu machen.

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„Pilger“

 

Das Pilgerpaket
Damit all dies in überschaubar kurzer Zeit umgesetzt werden kann, bedarf es zusätzlicher Anstrengung und Hilfe. Hier soll das auf 333 Stück limitierte Pilgerpaket helfen! Es besteht aus:

– 6 Flaschen bester Riesling 2014
– 1 hochwertiger und handsignierter Druck auf handgeschöpftem Büttenpapier (ca. 20cmX29cm) des „Pilger“ – Bildes, welches auch den Wein zur Wallfahrtseröffnung 2015 als Etikett schmückt

Preis des Pilgerpaketes: 60,- €

Mit der Bestellung des Pilgerpaketes unterstützen Sie das Klostergut Klausen und die anstehenden Investitionen.
Neben dem Stillen von Hunger und Durst braucht die Seele auch Nahrung. Und dieser Aufgabe sehen wir uns genauso verpflichtet. Sie tragen mit dem Pilgerpaket dazu bei, dass wir diese Aufgabe auch erfüllen können.

Da wir eng mit der Kirche und Pater Albert OP zusammenarbeiten, möchten wir auch ihn unterstützen. Wenn bis zum 01.06.2015 alle 333 Pilgerpakete unter Aufsicht von Pater Albert verkauft wurden, übergeben wir ihm das Original des Bildes, damit er dieses zu Gunsten der Wallfahrtskirche Klausen versteigern kann.

Bestellen können Sie einfach per Mail – Lieferanschrift nicht vergessen – an diese Adresse:

Pilgerpaket@klostergut-klausen.de
Mit Dank und herzlichem Gruß
Familie Sanders

Die Geschichte von S.Herry

Poster
Alles begann mit einer großen Leidenschaft, der Leidenschaft für ein gutes Glas Sherry – vor dem besonderen Essen, am Sonntagvormittag oder zu einer besonderen Gelegenheit und der verwandtschaftlichen Verbindung zur Mosel – nach Kesten.
Nicht nachvollziehbar? Dann lesen Sie weiter, was uns angetrieben hat ein „neues“ Produkt zu entwickeln.
Die Rebsorte
Der Riesling ist die Rebe der Mosel und zunächst erst einmal nicht die Rebe des Sherry’s. Aber wer sagt schon, dass nur die Palominotraube sich zur Produktion von Sherry eignet? Eigentlich könnte der Riesling die Schwester der Palominotraube sein , was die Eignung für die Herstellung des Sherrys angeht.
Und was braucht es sonst noch?
Im klassischen Soleraverfahren braucht die Produktion 3 Jahre, bis ein Sherry sich Sherry nennen darf. Diese Reifezeit ist insbesondere durch die, in dieser Zeit aktiven Florhefen gekennzeichnet. Diese sind für den typischen Sherrygeschmack verantwortlich.
Zarte Geschöpfe
Diese Florhefen muss sich ein jeder, der Sherry nach dem klassischen spanischen Soleraverfahren produzieren will, erarbeiten. Sie sind sehr anspruchsvoll und wollen gehegt und gepflegt werden und insbesondere haben sie einen anspruchsvollen Geschmack. Sie leben von Alkohol – aber bitte nicht zu wenig und aber auch nicht zu viel – beides nehmen sie einem gleichermaßen übel und verschwinden für immer.
Einzigartiger Geschmack
Da diese Florhefen für jeden Winzer typisch sind ist jeder Sherry in seinem Geschmack einzigartig. Durch das dreijährige Verfahren in dem immer nur einzelne Mengen untereinander gemischt zur Abfüllung kommen, wird der gleichbleibende Geschmack gewährleistet. Den wollten wir für uns kreieren und uns erhalten.
Mosel ist nicht Spanien – S.Herry ist nicht nur Sherry
Da der Begriff Sherry zwar geschützt ist – nicht jedoch der Begriff RieslingSherry, wollten wir unser Geschmackserlebnis mit allen Sherryliebhabern teilen. Da bei der Begrifflichkeit doch noch Klärungsbedarf besteht und wir finden, das unser Sherry auch nicht nur einfach ein Sherry ist sondern ein ganz besonderer Cousin der Spanier aus Deutschland – von der Mosel ist, haben wir ihm einen Namen gegeben. Er stellt sich Ihnen vor als:
Mein Name ist Herry – S. Herry

Anfang März bei uns im Felsen

Gestern war ein wunderschöner Sonnentag und es standen einige Reparaturarbeiten im Felsen an. Der Felsen ist ein ganz besonderer Weinberg, der sich über drei Felsterrassen erstreckt und seinen Ursprung 1876 mit der ersten Terrasse hat.

Reparaturarbeiten an der Rebanlage 1

Die vielen Lebensräume, die dort vereint sind und die wir mit unserer biodynamischen Arbeitsweise soweit unterstützen wie es uns nur möglich ist, sind ein wahrer Hort an Artenvielfalt. Die Felsformationen, die Kräuter wie auch die vielen Tothölzer der Terrassenanlagen schaffen Unterschlupf für manche selten gesehene Art.

Violette Holzbiene

Die violette Holzbiene   ( Xylocopa violacea )  oder in der Schweiz auch Blaue Holzbiene genannt ist ein wahrer Gigant ( 25-30mm lang) unter den Bienen – sie ist die größte europäische Art. Mit einem tiefen Brummen wie das einer Hummel kommt sie geflogen und sobald sie sich niederlässt schimmern ihre metallic blau-violetten Hautflügel in der Sonne. Meine Kamera war nicht schnell genug auch diese tolle Farbe einzufangen, denn dieses rastlose Exemplar wollte schnell wieder zu seinem Artgenossen. Sie waren zu zweit bei uns im Felsen unterwegs.

schwarzblauer Gigant

Nicht ganz so selten ist der Rotsaum-Blattkäfer  (Chrysolina sanguinolenta ) oder auch Blutiger Blattkäfer. Er krabbelte bereitwillig auf unseren Handschuh, war aber etwas zu ungeduldig für ein paar gute Aufnahmen. Er verstand den Rummel um seine Person nicht und begab sich genauso schnell wieder zurück in seine gewohnte Umgebung.

Rotsaum Blattkäfer

Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die kommende Woche wünscht

Ihr Weingut Sanders & Sanders

Was macht ein Ökosystem aus?

Der 4. Abend unserer Fortbildung „Lebendige Moselweinberge – Artenvielfalt im Steillagenweinbau hatte  in der ersten Hälfte die Vermittlung von Grundlagenwissen zur Ökologie und den Ökosystemen zur Aufgaben. Damit auch dem Ökosystem Weinberg.

Die Vielfältigkeit der vorhandenen Ökosysteme bringt letztlich die Vielfalt der Arten hervor.

Mohnblüte

Was macht  ein Ökosystem aus?

Das Ökosystem ist die Beziehung aller lebenden und toten Dinge über und unter der Erde inklusive Klima. Dabei wird von Biotop = Lebensraum und Biozönose = Lebensgemeinschaft gesprochen. Daraus wird dann schon klar, dass es keine klare Abgrenzung  von einzelnen Ökosystemen geben kann, sondern die Übergänge eher fließend sein müssen. Ökosysteme, die nicht gezielt von Menschen beeinflusst werden, sind natürliche oder primäre Ökosysteme, wovon es bei uns heutzutage jedoch kaum noch Flächen gibt. Agrarökosysteme  oder sekundäre Ökosysteme sind vom Menschen bewusst beeinflusste und gestaltete Systeme, in denen der natürliche Kreislauf  der Natur aufgebrochen ist um spezielle  Kulturen anzubauen und damit eine Ertragssteigerung der Flächen zu erhalten. Dieser bewusste Eingriff hat jedoch nicht zu einer Artenverringerung geführt sondern zu einer Erhöhung der Artenvielfalt.

Wie ist das möglich, wenn Eingriffe doch Störungen in die Natur bedeuten?

Ließe man in unseren Breiten der Natur ihren Lauf, so würde aus Deutschland auf Grund der klimatischen Verhältnisse im Laufe der Zeit wieder ein Waldland.  Die Ökosysteme Ackerrandfläche oder Weinberg oder Steillage oder oder oder ,  gäbe es nicht mehr und damit auch die darin existierenden Lebensgemeinschaften von Tier und Pflanze nicht mehr.

Jede dieser Lebensgemeinschaften hat besondere Ansprüche an den Boden, auf dem sie gedeihen – der Boden ist die elementare Voraussetzung.  Dieser Boden ist in Jahrtausenden aus der Verwitterung des Gesteins der oberen Erdkruste und dem Eintrag organischer Substanz entstanden. Dabei ist diese Bodenschicht, der Oberboden, im Grunde nur eine hauchdünne Schicht, in der der gesamte Stoff- Umwandlungsprozess – und – Kreislauf abläuft. Das ausgeklügelte System der Nährstoffversorgung bzw. Närhstoffbereitstellung funktioniert nur, wenn die im Boden gebundenen Nährstoffe von Tieren und Bakterien und weiteren Mikroorganismen  für die Pflanzen verfügbar gemacht werden.  Die Wurzeln der Pflanzen, deren Absterben und weiterer Eintrag von Biomasse stellen den Humus her, der dem Boden  alle diejenigen Eigenschaften verleiht, die dazu beitragen, dass Pflanze, Mensch und Tier mit und voneinander leben. Wie z.B. die Bodenbelüftung, die Wasserverfügbarkeit usw. usw.

Das Kletten-Labkraut ist Futterpflanze für mindestens 40 Insektenarten

Das Miteinander von Flor und Fauna ist dabei auch immer  ein Fressen und gefressen werden. Im Laufe der Evolution haben sich jedoch auch vielfältige Verteidigungsstrukturen bei Pflanzen und Tieren entwickelt; oder aber man ist sogar eine enge Bindung eingegangen um sich gegenseitig zu schützen oder  arbeitet zusammen, wie z.B. die Knöllchenbakterien der Leguminosen.

Ölrettich

Durch Leben und Sterben entsteht ein Kreislauf indem  alles  seine Aufgabe  und Bestimmung hat, die Verwertung lebenden wie abgestorbenen Materials. So entstehen die Nahrungsnetze, denn Nahrungskette ist bei diesem umfänglichen Zusammenwirken doch etwas zu kurz gesagt, des es suggeriert, dass hier Eins das Andere bedingt. Im Netz gibt es vielfältige Abhängigkeiten und jedes Ökosystem hat sein eigenes Netz. Diese Netze sorgen für den Energiefluss.

Heckenrosenblüten

Denn alle Energie, die  zur Verfügung steht, ist die Energie der Sonne, aus der die Pflanze in der Lage ist Biomasse aufzubauen. Von der gesamten zur Verfügung stehenden Energie nutzen die Pflanzen gerade 5 %.  Was wir heute als Kohle oder Erdöl nutzen ist aus Pflanzenmaterial entstandene Energie, die Jahrtausende später von uns Menschen wieder frei gesetzt wird. Im weiteren Verlauf wird das Nahrungspotential Pflanze jedoch nur zu einem geringen Teil zum weiteren   Aufbau von Biomasse genutzt. Denken wir an uns selbst. Zuerst müssen wir mal atmen, dann unseren Wärmehaushalt regulieren und erst dann können wir mit dem Aufbau von „Menschenmasse“ beginnen – dem Einen oder anderen erscheint das zwar schon mal anders herum J. Und dann scheiden wir ja auch noch einen Großteil wieder aus.

Vogelnest

Unser Augenmerk liegt aber auf dem Weinberg. Er ist als ganzer „Berg“ betrachtet ein vielfältiges Ökosystem mit von Menschenhand geschaffenen Lebensräumen für spezielle Lebensgemeinschaften. In der Laubwand halten sich andere Tiere auf als im Begrünungsstreifen oder der Rebe selber. Außerdem sind bei uns, insbesondere in den Steillagen  noch kleinste Lebensräume, wie Mauern oder Felsvorsprünge,  für viele verschiedene Pflanzen und Tiere  zur Verfügung stehen.

Echsenwohnraum im Überfluss

Jedoch, jeder Eingriff ist auch eine Störung. Ob und wie die Natur darauf reagiert, zeigt sich in den Lebensgemeinschaften, die man an agrarisch genutzten Stellen antrifft. In den Steillagen soll ja auch Wein produziert werden und die wirtschaftliche n Zwänge erfordern dafür entsprechende Eingriffe in die Natur. Je minimaler die Eingriffe sein können, z.B. durch gezielte Sortenwahl, passende Erzie- hungsmethoden und angepasst Pflanzen SCHUTZmassnahmen, ums so besser für die Lebensgemeinschaften  oder ums so anders sind die Lebensgemeinschaften um und in den Weinbergen  zusammengesetzt.  Denn gerade in den Steillagen gibt es Arten, die genau an diesen Lebensraum angepasst sind. Diese gilt es .zu erhalten. Verschwinden die Steillagen – verschwinden diese Arten

Mittlerer Weinschwärmer

Lebendige Mosel – Biodiversität

Eine neue Möglichkeit sich über  die Mosel und ihre einzigartige Landschaft zu informieren?

Ja, die wird es geben, wenn die Qualifizierung  „ Lebendige Moselweinberge – Artenvielfalt im Steillagenweinbau unter der Obhut des DLR ( Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum ) in Bernkastel Kues im Juli 2014 beendet ist.

30 Moselaner haben sich gestern zum ersten Mal getroffen,  um sich unter der Federführung des DLR weiter zu qualifizieren um Freunden und Liebhabern der Mosel in Zukunft die Mosel mit allen ihren Besonderheiten noch besser vermitteln zu können.

Neben den besonderen Weinen prägen die Steil – und Steilstlagen als Kulturgut die atemberaubende Landschaft der Mosel. Der verantwortungsvolle Umgang mit diesem Kulturgut bringt Lebendige Moselweinberge hervor und eine ein einzigartige Artenvielfalt – Biodiversität. Biodiversität ist die weltweit   gestellte Aufgabe, die an der Mosel schon an vielen Stellen einen Anfang gefunden hat. Hier setzt die Qualifizierung an. Ab jetzt jeden Dienstag für mich, Ingrid Sanders und am Mittwoch die Quintessenz des Abends an dieser Stelle für alle Interessierten. Und übrigens, als Abschlussarbeit  wird jeder der Teilnehmer eine Führung abhalten über sein  Moselgebiet, vielleicht  gibt es ja außer uns Teilnehmern dann weitere  Interessierte?

Als Einstieg haben wir ein youtube video zur Biodiversität gesehen, das möchte ich an dieser Stelle gerne empfehlen – 5  intensive Minuten auf unsere Welt und was sie so besonders macht.

Sturm Xaver im Urlaub

Nach Monaten der Ruhe melden wir uns wieder. Der Sommer 2013 hat viel von uns verlangt, manches Opfer haben wir bringen müssen, manchen Kampf ausfechten müssen und sind doch glücklich und zufrieden. Die Früchte der diesjährigen Arbeit sind geerntet und es hat sich gelohnt. Die Trauben sind gelesen, der Wein ist im Keller – und er ist schon sehr gut.

Der 2013er wird gut
Der 2013 er wird gut!

Die Arbeit im Keller ließ uns jetzt  Anfang Dezember etwas Ruhe und wir haben die Zeit für eine Woche Urlaub an der Schlei genutzt. Nicht ganz ohne Gedanken an die Arbeit, denn wir finden unser Port und unser Riesling-Sherry passen sehr gut in die Landschaft um Kappeln und Schleswig.

Der weiße Port
Der weiße Port

Aber fangen wir mit dem Donnerstag, den 05.12.2013 an, dem Tag für den Orkan Xaver angekündigt war. Man sollte zu Hause bleiben, so wurden die Menschen hier gewarnt. Das haben wir am Nachmittag dann auch befolgt. In guter alter Segler Manier sind wir am Vormittag  noch an der Schlei und an der Ostseeküste gewesen. Unser neuer Port und der neue Riesling-Sherry  haben uns begleitet und wir haben mit  beiden  Rasmus dann ein Opfer dargebracht. Er sollte gnädig sein und die Menschen hier oben im Norden, das wunderbare Land  und uns verschonen.

Port im Sturm
Port im Sturm

Der Port und der Riesling-Sherry scheinen ihn bis jetzt beschwichtigt zu haben.

Sherry im Sturm
Sherry im Sturm

Wünschen wir allen, dass das auch die nächsten Stunden noch so bleibt. Man beachte, das Wasser steht noch bis zum Stegende.

Was solch ein mächtiger Sturm alles anrichten kann und welche Energie ein Wind, der über anderthalb Tage bläst, freisetzt, sollen die folgen Fotos zeigen.

Wormshöfter Noor am Donnerstag Nachmittag - das Wasser steht noch normal hoch
Wormshöfter Noor am Donnerstag Nachmittag – das Wasser steht noch normal hoch

Es fing morgens schon an, zunehmender  Wind und Böen, deren Aggressivität das Bevorstehende andeuteten. Es war aber erst einmal ein einfacher Sturm.

Gegen drei Uhr blies es dann richtig und wir machten uns Sorgen um den Heimweg, denn der führte durch eine lange Allee, deren Bäume dem jahrelangen Anrennen und Drücken des Windes mit deutlicher Neigung auch bei Windstille nachgegeben hatten. Jetzt bogen sie sich heftig und schlugen in den Böen hin und her – es war höchste Zeit zu verschwinden und zu Hause ein wärmendes Kaminfeuer anzuheizen. Noch schnell ein Foto vom Ufer.

Am Hafen in Masholm - Das Wasser zieht sich langsam zurück.
Am Hafen in Masholm – Das Wasser zieht sich langsam zurück.

Das BSH ( Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ) hatte gemeldet, dass Xaver das Wasser aus der Schlei und von der Ostseeküste wegdrücken werde und der Wasserstand in Schleimünde um fast zwei Meter sinken werde. Den zaghaften Beginn können wir hier sehen, das Wasser weichte am Donnerstagnachmittag langsam zurück.

Heute Morgen, am Freitag,  fuhren wir erst einmal zur Fischergenossenschaft am Hafen in Kappeln und kauften   frischen Fisch für heute ein. Es fing an zu schneien, der Sturm hatte sich leicht beruhigt und hatte im Durchschnitt nur noch 55 km/h, in Böen mehr. Also Windstärke 7 – 8.

Dabei sahen wir, dass der Heringszaun in der Schlei bis zum Boden frei stand, das Wasser war also tatsächlich um fast zwei Meter gefallen.

Wormshöfter Noor am Freitag morgen - Das Wasser ist ziemlich gefallen.
Wormshöfter Noor am Freitag morgen – Das Wasser ist ziemlich gefallen.

Nach dem Einkauf ging es dann auf direktem Weg an den Strand der Ostsee und nach Masholm zum Hafen, wo gestern die letzten Bilder gemacht wurden. Der Anblick hat uns verblüfft, das Wasser hatte sich weit zurückgezogen.

Freitagmorgen am Hafen in Masholm. Das Wasser ist weit weg.
Freitagmorgen am Hafen in Masholm. Das Wasser ist weit weg.
Auf dem Weg nach Masholm sind nur noch die Algenfelder zu sehen.
Auf dem Weg nach Masholm sind nur noch die Algenfelder zu sehen.
Dort wo wir bei Hasselberg an der Ostse Rasmus einen Schluck gegönnt haben sind jetzt Sandbänke bis weit draußen zu sehen.
Dort wo wir bei Hasselberg an der Ostse Rasmus einen Schluck gegönnt haben sind jetzt Sandbänke bis weit draußen zu sehen.

Das dicke Ende kommt aber vielleicht noch – wenn es zu schnell wieder zurück kommt, weil der Wind schnell nachlässt  oder auf östliche Richtungen dreht, dann schwappt nicht nur eine Welle wie in der Schüssel zurück, dann drückt der Wind noch mit und es kann zu Hochwasser kommen. Gestern meldete der BSH ein Hochwasser an der Ostsee von 1,5m über Normal. Wann es kommt und wie hoch es tatsächlich wird werden die nächsten Tagen zeigen.

Der Hafen von Masholm - fast trocken gelegt.
Der Hafen von Masholm – fast trocken gelegt.

Zuvor werden wir Rasmus aber nochmals gütlich stimmen, er war vom Port und vom Riesling-Sherry offensichtlich begeistert. Ein Schluck noch, dann ist aber genug!

Der Riesling-Sherry
Der Riesling-Sherry

Wir genehmigen uns jetzt einen vor dem Kaminfeuer.

Auf Ihr Wohl, mit Grüßen von der Schlei …. Morgen früh beginnt der Rückweg an die Mosel.

Demeter und ein besonderer Tag

Der 25.09.2012 war ein ganz besonderer Tag für uns – wir haben uns für die Demeter-Zertifizierung angemeldet. Biologisch-dynamisch zu wirtschaften war auch in der Vergangenheit schon unsere Vorstellung von Landwirtschaft. Es sprach nichts dagegen das auch offiziell zu tun. Da im Weinbau unter dem Siegel „BIO“ noch Bewirtschaftungsweisen erlaubt sind, mit denen wir uns gar nicht identifizieren können und wollen, wie z.B. die Nutzung von Kupfer als Spritzmittel, stand relativ schnell fest, dass wir zukünftig nach dem höchsten Standard unseren Weinbau betreiben wollen. Und das ist der biologisch-dynamische Standard, wie er bei Demeter definiert ist.  Demeter betrachtet einen Hof als Ganzes und sieht ihn als Organismus an. Der Boden, die Tiere, die Pflanzen und die Menschen auf dem Hof bilden eine Einheit und nur mit einer solchen vollständigen Einheit lässt sich ein natürlicher Kreislauf aufbauen. Tiere setzen Grünfutter um und liefern u.a. die Grundlage für einen gesunden Kompost, der  seinen Weg zurück in den Boden findet. Ein Nährstoffkreislauf kommt so in Gang, der uns letztlich davor bewahrt  unsere Welt zu plündern. Meine Teilnahme an verschiedenen Forschungsprojekten,  bei denen der Kreislauf des Kohlenstoffes ein wichtiger Teil war und Ingrids Bestreben eine wirklich biologische Art des Gartenbaus und der Landwirtschaft zu finden, war der Motor unserer Überlegungen. Kunstdünger in großen Mengen einhergehend mit fehlendem Kohlenstoff haben an so vielen Stellen unsere Böden schon zerstört und für die zunehmende Wüstenbildung gesorgt;  das muss geändert werden. Durch diese Erfahrungen und die daraus resultierenden Diskussionen in der ganzen Familie, sind wir zu der Entscheidung gelangt zukünftig nun auch offiziell biologisch-dynamisch arbeiten zu wollen. 

Der Weinbau ist eine besondere Herausforderung, da er letztlich als Monokultur besonders dringend eine Änderung erfahren sollte. Wir bauen Wein an – und haben so die Möglichkeit in der Zukunft zu zeigen, dass man das auch im Einklang mit der Natur tun kann. So entstehen  ganz besondere  Weine und ein ganz besonderes Geschmackserlebnis, was  konventioneller Wirtschaftsweise in vielerlei Maß überlegen sein kann.

Wir freuen uns auf die nun vor uns liegende Umstellungsphase – und ihr werdet den Erfolg im guten Geschmack der zukünftigen Weine wieder finden.

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